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Meine Veröffentlichungen

erschienen in Ausgabe 6/04 der Zeitschrift KURZGESCHICHTEN ISSN 1613-432x





Kontakt



Jeden Tag h?rte ich es. Zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Situationen. Manchmal h?rte ich es bewusst, meistens unbewusst. Aber jeden Tag war es da, das Tropfen des Wasserhahns in meiner Wohnk?che.



Sie m?ssen wissen, ich lebe allein in einer Zweizimmerwohnung. W?hrend der kleinere der beiden R?ume das Schlafzimmer beherbergt, bildet der zweite Raum den Mittelpunkt meines Lebens. Er vereint K?che, Wohnzimmer, Esszimmer und Arbeitszimmer in sich.

Die wachen Stunden meines Daseins verbringe ich hier.

Das hei?t nat?rlich nicht, dass ich mich in meiner Wohnung vergrabe. Ich verbringe viel Zeit mit anderen Menschen. Ich bin weder einsam noch verschroben. Eines jedoch muss ich zugeben. Ich halte mich gern besch?ftigt. Es kommt so gut wie nie vor, dass ich auf der Couch sitze und gar nichts tue. Nur so ist es zu erkl?ren, dass ich es nicht fr?her erkannte...



30.11.04 19:36


erschienen in Ausgabe 5/04 der Zeitschrift KURZGESCHICHTEN ISSN 1613-432x







Vergessen



Siggi hatte es vergessen. Einfach vergessen! Jeden Dienstag um die gleiche Zeit, fand das Abteilungsmeeting statt. Und Siggi hatte das vergessen, war einfach nicht erschienen.

?Freud?scher Verdr?ngungsmechanismus?, dachte Siggi. Die Meetings waren aber auch wirklich so ziemlich die unbeliebteste Veranstaltung, die er in seinem Beruf zu absolvieren hatte. Siggi war Techniker in einer gro?en Autoentwicklungsfirma und er liebte seinen Job.

Seinem Boss erkl?rte er, er habe einen wichtigen Arzttermin nicht verschieben k?nnen und vers?umt, sich zu entschuldigen. Der Chef war gn?dig und lie? die Erkl?rung gelten.



Als Siggi am n?chsten Tag am Arbeitsplatz erschien, sahen ihn seine Mitarbeiter komisch an. Er h?rte sie tuscheln, wenn er ihnen den R?cken zuwandte und fragte sich, was zum Teufel mit den Anderen los war. Frank, sein Kollege und bester Kumpel, hatte schlie?lich Erbarmen.

?Komm, wir machen eine Rauchpause.? Mit leichtem Druck schob er Siggi aus der Fabrikationshalle. Der Tag war noch jung, die Luft noch erfrischend. Doch auch f?r heute hatten die Meteorologen wieder Rekordtemperaturen vorher gesagt.



?Siggi, hast du heute morgen verschlafen oder was ist mit dir los??, fragte Frank.

?Wieso??

?Junge, merkst du nicht, dass du immer noch deinen Schlafanzug tr?gst??

?Waaaaaaaaaaas?? Siggi blickte an sich herab. Nein, das war nicht wahr. Das konnte nicht wahr sein!

?Frank, ich wei? nicht, was mit mir los ist. Gestern hab ich einfach so die Betriebsversammlung vergessen. Heute vergesse ich, mich anzuziehen. Bitte, bring mich nach Hause. Erz?hl dem Boss, ich h?tte gestern zu viel getrunken und sei indisponiert, ok??.



Allein in seiner Wohnung wurde Siggi von Angst ?berw?ltigt. War es normal, dass ein Mann wie er, einer, der mitten im Leben stand, einer, der wusste, wo?s lang ging, einer, der einer der Besten in seinem Job war und respektiert wurde, vollkommen n?chtern und im Vollbesitz seiner geistigen Kr?fte im Schlafanzug zur Arbeit ging?

In sich zusammen gesunken sa? Siggi auf der Ledercouch, das Gesicht in den H?nden vergraben.

?Ich muss telefonieren?, murmelte er, nahm den H?rer des Schnurlostelefons zur Hand und tippte die Nummer ein...
30.11.04 19:25


erschienen in Ausgabe 10/04 der Zeitschrift KURZGESCHICHTEN ISSN 1613-432x





Rot



Sie w?rde ihn ?berraschen. Eigentlich hatte Frank das Schlafzimmer heute Abend streichen wollen, aber er war in letzter Zeit immer so m?de gewesen, wenn er aus dem B?ro nach Hause kam. ?Selbst ist die Frau?, dachte Helene, w?hrend sie sich aus einer Zeitung ein Malerschiffchen bastelte. ?Es kann doch nicht so schwer sein, den Pinsel zu schwingen. Also: auf geht?s?, feuerte sie sich selbst an, als sie den schweren Farbeimer aus der Abstellkammer herbeischleppte. Die Flasche mit der roten Abt?nfarbe hatte sie sich unter den rechten Arm geklemmt, w?hrend die Farbwalze ihre linke Achselh?hle zierte. Den Boden hatte Frank schon am Vortag mit Folie ausgelegt, die M?bel standen zusammenger?ckt im Raum. ?Wie Pinguine?, dachte Helene und musste ?ber diesen albernen Vergleich kichern. Sie war blendender Laune und nichts konnte sie bremsen. Schnell ging sie noch einmal ins Wohnzimmer, legte ihre Lieblings-CD in das Laufwerk der Stereoanlage und drehte die Lautst?rke so weit auf, dass Wolfgang Petry auch bei der Malerarbeit im ersten Stock noch deutlich zu h?ren sein w?rde. ?Junior?, wie sie ihren Sohn Tobias liebevoll nannte, war nach dem Erledigen der verhassten Hausaufgaben auf sein Fahrrad gestiegen und zu seinem Freund Charly gefahren. Die beiden w?rden wahrscheinlich wieder im Baumhaus sitzen und Streiche aushecken. Wenn der Achtj?hrige nach Hause kam, w?rde er sicher beim Malen helfen wollen. ?Klar, warum auch nicht?, dachte Helene. ?Das wird eine Gaudi werden!?.





Gut gelaunt und Schlagermelodien tr?llernd ging Helene an die Arbeit. Irgendwie gelang es ihr, den Farbeimer aufzustemmen, damit sie die Abt?nfarbe hinzugeben konnte. Ein wenig schelmisch kicherte sie in sich hinein. Dass sie Frank ?berraschen wollte, hatte einen nicht ganz uneigenn?tzigen Hintergrund. Tagelang hatten die beiden dar?ber diskutiert, welche Farbe die W?nde im Schlafzimmer bekommen sollten. W?hrend Frank ein zartes Gr?n vorgeschlagen hatte, tendierte Helene zu ?s?ndigem? Rot ? und genau diesen Wunsch w?rde sie nun gnadenlos in die Tat umsetzen. War die Farbe erst einmal an der Wand, w?rde auch Frank nichts mehr dagegen unternehmen k?nnen. Mehr und mehr von der roten Farbe vermischte sie mit dem Wei? im Eimer und w?hrend sie ? ganz Hausfrau ? das Gemisch mit einem Kochl?ffel umr?hrte, formte die farbige Masse bizarre Gebilde, die sich mit jeder Umdrehung ver?nderten. Wie in Trance starrte Helene darauf. Feuerspeiende Drachen entdeckte sie, einen Tiger mit riesigen Z?hnen, einen Hai ? und alle hatten sie eines gemeinsam: sie sahen wild aus, aggressiv, gef?hrlich! Ein unbestimmtes Gef?hl der Angst beschlich sie...
30.11.04 19:17


erschienen in Ausgabe 04/05 der Zeitschrift KURZGESCHICHTEN ISSN 1613-432x




Lost souls

Peter unt Marie fiehlen sich in die Arme und liepten sich f?hr den Rest ihres Lehbens.

Fertig! Endlich hatte er die Schreibblockade ?berwunden, die seine Kreativit?t auf solch schmerzhafte Weise seit Monaten lahm gelegt hatte.

Zufrieden lehnte er sich zur?ck, ?berflog noch einmal die letzten Zeilen seines Romans und tippte dann feierlich:

Ende

Er war zum Schreiben geboren. Das wusste Timo schon, seit er ein Kind war. Es geh?rte zu seinem Leben, wie der t?gliche Weg zur Arbeit. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Durchbruch schaffen w?rde und seinen Job als M?belpacker an den Nagel h?ngen konnte. Dann, ja dann w?rde er sich nur noch dem Schreiben widmen.

W?hrend der Drucker die letzten Seiten des Entwurfs ausspuckte, schloss Timo die Augen und tr?umte seinen Lieblingstagtraum:

?Hei?en Sie mit uns Timo Bachmeier willkommen! Er ist DER deutsche Nachwuchsschriftsteller des 21-ten Jahrhunderts. Herr Bachmeier, es ist eine Ehre, Sie auf der Frankfurter Buchmesse begr??en zu d?rfen...?

?Komm in die Hufe, Alter?, zwang sich der Jungautor in die Realit?t zur?ck, als das Geratter des Druckers verstummt war.
Behutsam ordnete er die letzten Seiten des Textes hinter den 190 Seiten ein, die er in den letzten Wochen geschrieben hatte, akribisch darauf bedacht, dass auch nicht ein Blatt verknickt wurde. Dann setzte er sich noch einmal an den Computer und entwarf ein h?bsches Deckblatt, aus dem sein Name, Anschrift und Telefonnummer hervorgingen. Schnell erteilte er den Druckbefehl, legte das Deckblatt sorgsam auf den Papierstapel und holte dann einen gro?en braunen Umschlag aus der Schreibtischschublade.
Der gelbe Zettel mit der Anschrift des Verlags klebte schon seit Wochen ? als kleiner Anreiz quasi ? am unteren Monitorrand. Timo hatte so oft darauf gestarrt, dass er die Adresse ohne einen einzigen vergewissernden Blick fehlerfrei auf den Umschlag ?bertragen konnte.
Hastig, als wolle er verhindern, dass er es sich noch einmal anders ?berlegte, zog er seine Schuhe an, griff nach Wohnungs- und Autoschl?ssel und verlie? die Wohnung, mit dem Umschlag in der Hand.

Beim Postamt angekommen, warf Timo noch einen letzten pr?fenden Blick auf das Kuvert, bevor er es der Schalterbeamtin aush?ndigte. W?hrend er selbst das Gef?hl hatte, etwas Gro?es geleistet zu haben, sich wichtig vorkam ob der Tatsache, dass er gerade dabei war, sein Schicksal in neue Bahnen zu lenken und schon jetzt voller Zuversicht der Antwort des Verlags entgegenfieberte, nahm die Frau den Umschlag unger?hrt entgegen, klebte die Marken darauf und kassierte.
3,30 Euro f?r die Zukunft, dachte Timo, als er ? mit sich und der Welt zufrieden ? das Postamt verlie?.

Die folgenden Wochen erlebte Timo wie durch einen Nebel. Nach au?en hin wirkte er wie immer, ging p?nktlich und regelm??ig zur Arbeit, war nett und hilfsbereit, traf sich an den Wochenenden mit seinen Kumpels in ?Charly?s Eck? und baggerte Frauen an, wie er es immer getan hatte. Aber was immer er auch tat, wohin immer er ging, es gab nur einen Gedanken, der ihn beherrschte:

Wann kommt endlich die Antwort vom Verlag?

Noch im Bademantel lief Timo nun morgens zum Briefkasten. Bevor er zur Arbeit ging warf er einen weiteren Blick hinein und wenn er nach Hause kam ebenfalls. Bei jeder R?ckkehr in die Wohnung st?rzte er zum Anrufbeantworter. Es musste doch endlich Antwort kommen!

Zwei Monate waren mittlerweile vergangen und Timos Hoffnung auf die R?ckantwort war keinen Moment lang kleiner geworden. Und dann endlich, an einem Samstagmorgen, lugte aus dem Briefkastenschlitz ein dicker brauner Umschlag hervor.
Das Herz des jungen Mannes begann zu rasen, als er mit zitternden H?nden das Kuvert aufriss.

Sehr geehrter Herr Bachmeier,

vielen Dank f?r die Einsendung Ihres Manuskripts.

Leider passt der darin behandelte Stoff nicht in unser Verlagsprogramm, so dass wir von einer Ver?ffentlichung absehen m?ssen.

Mit freundlichen Gr??en

C.J. Stroeker

Anlagen:
1 Manuskript


?Die haben abgelehnt?, brachte Timo schwach zustande. Tr?nen schossen ihm in die blauen Augen, die zum Entz?cken seiner weiblichen Anh?ngerschaft sonst so strahlten. Mit einem Schlag lief seine Zukunft vor seinen Augen ab wie der Film, der bekanntlich im Angesicht des Todes die Vergangenheit widerspiegeln soll.

Er mit 30, im Blaumann und mit einem schweren M?belst?ck auf dem R?cken. Er mit 33, im schwarzen Anzug vor dem Traualtar, eine wundersch?ne Braut neben sich. Er mit 40, im Blaumann von der Arbeit zur?ckkehrend zu seiner inzwischen vierk?pfigen Familie. Er mit 50, inzwischen grau geworden, doch immer noch im Blaumann. Mit 55, mit 60, mit 63... Er mit 65, gewohnheitsm??ig im Blaumann, Gartenarbeit verrichtend, Wasserhahn reparierend, Fliesen legend...

?Aus der Traum?, stammelte Timo und lie? den Umschlag, der noch immer das Manuskript enthielt, kraftlos zu Boden fallen. Er setzte sich geradewegs dazu, im Schneidersitz und wollte sich gerade daran machen, seine zu wertlosem Papier gewordene Hoffnung in kleine Schnipsel zu zerrei?en, als er irgendwo zwischen Seite 10 und Seite 35 einen kleinen roten Zettel entdeckte. Vielleicht ein vergessenes Lesezeichen, dachte Timo, war aber doch neugierig. M?glicherweise standen ja Notizen des Lektors darauf. Vorsichtig zog er das kleine Blatt aus dem Manuskript hervor.
Verzweifeln Sie nicht, stand da in krakeliger Handschrift geschrieben.
Ich kann Ihnen helfen.
Rufen Sie mich an und Sie werden in k?rzester Zeit teuflisch gut schreiben.
M.E. Phisto, Lektorat und Autorenf?rderung
Tel. 0136 ....


28.5.05 19:12


erschienen in Ausgabe 03/05 der Zeitschrift KURZGESCHICHTEN ISSN 1613-432x



Heimkehr

An diesem Morgen war er heimgekehrt. Nach Jahren das erste Mal. Er hatte sich darauf gefreut, sein Dorf wiederzusehen, alte Freunde, die Gef?hrten aus der Kindheit.

Als Philippe die Stra?en entlang ging, vermeinte er, Stimmen zu h?ren. Stimmen aus l?ngst vergangenen Zeiten. Erinnerungen st?rmten auf ihn ein. Seine Mutter, die ihn tr?stend in den Arm genommen hatte, wenn der Vater wieder einmal einen seiner Wutausbr?che ausgelebt hatte. Seine kleine Schwester, die weinend auf den kalten Stufen, die zum Haus f?hrten, gesessen hatte und unter Tr?nen ein Kinderlied sang, um die Schreie des Bruders nicht h?ren zu m?ssen.

Aber auch fr?hliche Erinnerungen umfingen ihn, w?hrend er sich Schritt um Schritt dem Elternhaus n?herte. Die Familienausfl?ge, die immer in einem Picknick irgendwo am Waldrand endeten. Das helle Lachen der Mutter, wenn Vater mit den Kindern tobte ? und die Streiche, die Philippe und Marie, seine 3 Jahre j?ngere Schwester, ihren Eltern gespielt hatten.

Ein L?cheln umspielte Philippes Lippen, wenn er an die kleine Marie dachte. Mit ihrem Sommersprossen-Gesicht und den lustig wippenden Z?pfen hatte sie ausgesehen wie Pippi Langstrumpf und genau so hatte er sie auch immer genannt.

Philippe sah sich um. Es war merkw?rdig, wieder zu Hause sein. Aber noch merkw?rdiger erschien ihm die Stille, die das Dorf umfing. Kein Mensch war auf den Stra?en zu sehen, kein Fahrzeug, das l?rmend die Stra?e entlang gefahren w?re, kein Vogelgezwitscher ? ja, nicht einmal eine streunende Katze war zu entdecken.

Die alten H?user schienen sich aneinander zu lehnen, als wolle eines beim anderen Schutz suchen. Finstere Wolken begannen, den lauen Sommermorgen in ein unnat?rliches Licht zu tauchen. Philippe begann, sich unbehaglich zu f?hlen.

Als Kind hatte er die Stille gef?rchtet. Er hatte den Tod gef?rchtet. Er hatte Krankheit gef?rchtet, die Dunkelheit ? und den Vater...
28.5.05 19:55


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