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Meine (Kurz-)Geschichten

Niemals geht man so ganz

Schon zum dritten Mal hatte sie dieser Traum aus dem Schlaf gerissen. Sie hatte ihn gesehen!
IHN, mit dem sie hatte alt werden wollen und der sie vor genau zwei Jahren einfach verlie?. Ganz klar war das Bild gewesen. Sie hatte seine Augen gesehen. Diese braunen Augen, aus denen in gl?cklichen Momenten ein Funken Gold zu spr?hen schien. Seine Stupsnase, die ihn aussehen lie? wie ein zu gro? geratenes Kind, seine vollen Lippen, die immer wie geschminkt gewirkt hatten.

Er hatte sie verlassen. Ohne Vorwarnung! Er hatte sie einfach in ihre eigene Zukunft gesto?en. Ohne R?cksicht! Es gab kein ?wir? mehr. Simone seufzte.

Wie sehr hatte sie diesen Mann geliebt, der ihr so viel zu geben wusste ? und wie sehr hasste sie ihn seit diesem Tag vor zwei Jahren, an dem er sie allein lie?.

?Warum?, fragte sie sich, ?kehrt er jetzt zur?ck? Warum verseucht er meine Tr?ume??
Sie wollte ihn vergessen, ihn aus ihrem Leben und ihren Gedanken verbannen, nicht um die verlorene Liebe trauern, sondern neu beginnen. Zu sehr schmerzte die Erinnerung an die gemeinsam verbrachten gl?cklichen Jahre. Zu gro? war der Verlust. Und nun brachte er sich unaufgefordert in Erinnerung, dr?ngte in ihr Leben zur?ck.

Er rief nach ihr. Sie konnte deutlich ihren Namen h?ren. ?Simone, ich friere. Komm her und w?rme mich!? In jedem ihrer Tr?ume hatte er sie zu sich gerufen. Jedesmal schauderte Simone, nur um kurz darauf aufzuwachen und atemlos dem Pochen ihres rasenden Herzens zu lauschen. ?Verschwinde endlich aus meinem Leben?, dachte sie dann und f?hlte sich doch ganz einfach nur hilflos.

Das Grab ist von wilden Pflanzen ?berwuchert. Niemand scheint sich jemals um seine Pflege gek?mmert zu haben. Ein schlichtes Holzkreuz erinnert an den Namen des hier Ruhenden. Vor dem Grab kniet eine Frau, verzweifelt darum bem?ht, das Unkraut von zwei Jahren zu entfernen. ?Du hast mich gerufen. Hier bin ich!? sagt Simone laut ? und Tr?nen laufen ?ber ihre Wangen.
29.11.04 19:15


Memories

?Achtung an Gleis 3. Es hat Einfahrt der ICE 583 ? Hamburg ?M?nchen ? Meran.?
Der Mann betrachtete das kleine M?dchen, das an der Hand der Mutter fr?hlich den Bahnsteig entlang h?pfte. Unbeschwert, wie es wohl nur Kinder wirklich sein k?nnen.
Er kannte sie seit langem. Seit sie ihren ersten Schrei getan hatte. Er war dabei gewesen, als sie ihre ersten Schritte tat, hatte ihr erstes gesprochenes Wort geh?rt und beobachtet, wie sie ? eine riesige Zuckert?te im Arm ? ihren ersten Schultag meisterte. Ralf musste schmunzeln, als ihn die Erinnerungen einholten. Er musste daran denken, wie stolz Michelle war, als sie ihren ersten Zahn verloren hatte und seine Augen leuchteten bei dem Gedanken an ihr glockenhelles Lachen, das jeden, der es h?rte, bezauberte.

Mit kreischenden Bremsen fuhr der Zug in den Bahnhof ein und riss Ralf aus seinen Tagtr?umen. Immer noch an der Hand der Mutter stieg Michelle in den Zug ein. Ralf folgte ihnen und nahm im Nachbarabteil Platz. Von Nebenan konnte er das Gespr?ch von Mutter und Tochter belauschen.
?Mama, warum fahren wir so weit weg??
?Michelle, das habe ich dir doch schon erkl?rt.?
?Ich habe es aber nicht verstanden. Erz?hl es mir doch noch einmal?, begann Michelle zu betteln.
?Du erinnerst dich an Onkel Paul, nicht wahr??
?Ja, klar. Er hat mir immer Schokolade geschenkt, wenn er zu Besuch kam.?
?Siehst du und Onkel Paul braucht unsere Hilfe. Der Arme hat sich das Bein gebrochen und er hat doch niemanden, der sich um ihn k?mmert.?
?Kann er jetzt gar nicht mehr laufen? Musst du ihn tragen??
?Nein, mein Schatz?, Ines musste lachen. ?Tragen muss ich ihn nicht, aber ich muss f?r ihn kochen und waschen und putzen, eben Alles machen, was er nicht alleine schaffen kann.?
?Darf ich auch mithelfen??
?Klar, du bist doch die ?St?tze der Hausfrau?! Ich z?hle auf dich. Und Onkel Paul freut sich auf dich.?

Ralf dachte an Onkel Paul und sein Blick verfinsterte sich. Nur zu genau erinnerte er sich daran, wie der ?gute Onkel? sich immer wieder an Michelle heran geschlichen hatte. Wie er sie auf seinen Scho? gezogen und sie liebkost hatte ? mehr, als es sich f?r einen Onkel geziemte. Michelle hatte sich nichts dabei gedacht. Sie war ja noch ein ganz kleines M?dchen gewesen. Und Ralf hatte tatenlos zusehen m?ssen. Aber diesmal, ja diesmal w?rde er es zu verhindern wissen! Er w?rde nicht zulassen, dass der Kleinen ein Leid geschah und schon gar nicht von ?Onkel Paul?. Ein ver?chtlicher Zug umspielte Ralfs Lippen. Nie wieder w?rde Onkel Paul das Kind in die schmutzigen Finger bekommen, daf?r w?rde er sorgen! Er musste sich konzentrieren...

Als der Zug in den M?nchner Bahnhof einrollte, war Michelle l?ngst nicht mehr so munter, wie sie es noch zu Beginn der Reise gewesen war. M?digkeit hatte sie ergriffen und ihr Geplapper, zur Erleichterung ihrer Mutter, irgendwann zum Stillstand gebracht.
?Mama, zieh doch nicht so!?, jammerte die Kleine, verzweifelt darum bem?ht, mit der Mutter Schritt zu halten.
?Entschuldige, Schatz. Ich bin wirklich unfair. Ich vergesse immer, dass du viel k?rzere Beine hast als ich.? In gem??igtem Tempo setzten die Beiden ihren Weg zum Ausgang fort.
?Mama, ich hab Hunger?, begann Michelle zu quengeln.
?Wir sind bald bei Onkel Paul. Dann mache ich dir ein sch?nes Butterbrot, einverstanden??
?Butterbrot? Nein, ich mag Pommes!? insistierte die Kleine.
Seufzend gab ihre Mutter nach.

Die Pommes frites schmeckten ranzig und Michelle hatte bald genug davon. ?Mama, fahren wir jetzt zu Onkel Paul??. Regelrecht weinerlich klang das Kind.
?Ja, nur noch ein paar Stationen mit der U-Bahn und dann sind wir bald da.? Michelle hatte die Nase voll von Bahnen aller Art, aber sie f?gte sich in ihr Schicksal. Sogar ihre Neugier erwachte von Neuem: ?Mama, kennst du dich gut aus in M?nchen? Warst du schon einmal hier??
Ein Schatten huschte ?ber das Gesicht der Mutter. Heimweh vielleicht?
?Ja, Schatz. Und du auch. Erinnerst du dich nicht mehr? Du warst noch ganz klein...?
Michelle riss staunend Mund und Augen auf.
?Iiiiiiich war schon einmal in M?nchen? Das ist aufregend! Was haben wir hier gemacht??
?Wir haben hier gewohnt und dann habe ich diese Stelle in Hamburg bekommen und wir sind weggezogen.?
?Dann komme ich jetzt also nach Hause? Das ist toll, Mama!?
Ines war blass geworden. F?r einen Moment schien es, als sei sie der Ohnmacht nahe. Mit einem Schlag war alles wieder da! ?Mein Gott?, stammelte sie. ?Nein, das ist nicht wahr!?
Sie sah sich selbst. Ein kleines M?dchen, auf dem Scho? eines Mannes. Sie sah H?nde, die nach ihr grabschten. Sie sah einen Mund, der auf sie zukam, um sie zu k?ssen. Sie h?rte diese Stimme wieder, die beschwichtigend auf sie einredete. War das die Stimme von ...? Sie musste Gewissheit haben. Jetzt!!
Hektisch und mit zitternden H?nden kramte sie das Handy aus ihrer Handtasche. Die Nummer hatte sie vorher unz?hlige Male gew?hlt und so brauchte es nun nur einen Tastendruck, um die Verbindung herzustellen. ?Onkel Paul?? Sie schrie fast ins Telefon. Menschen wandten sich nach ihr um. Verst?ndnislos. Sie lauschte nur einen kurzen Moment, bevor sie das Telefon von sich schleuderte, als w?rde sie versuchen, sich gl?hender Kohlen zu entledigen, die sich in ihre Handfl?chen brannten. Tr?nen schossen aus ihren Augen.
?Mama!?, Michelle hatte zu Weinen begonnen. Noch nie hatte sie ihre Mutter so aufgebracht, so traurig, so verzweifelt gesehen. Um Fassung ringend, ergriff Ines ihre Hand. ?Schatz, das kann ich dir jetzt nicht erkl?ren. Ich wei?, dass du dich freust, in M?nchen zu sein, aber wir k?nnen nicht bleiben. Wir fahren zur?ck.? Michelle wagte nicht, aufzubegehren. Sie war verwirrt, verstand nicht was vorging. Widerstandslos folgte sie Ines zum Fahrkartenschalter.

Der Mann betrachtete das kleine M?dchen, das ? nun m?de geworden ? an der Hand der Mutter den Bahnsteig entlang stolperte.

?Genau so hatte ich mir das gedacht?. Zufrieden l?chelnd und erleichtert bestieg Ralf den Zug. Pleite wie er war, konnte er sich nun nur noch ?ber eines freuen: Engel brauchen keinen Fahrschein.
29.11.04 19:14


Ich habe es gesehen

Der Mann war ?berrascht. Er hatte nicht mit Besuch gerechnet. Nicht zu dieser Stunde. Das Haus war dunkel, alle Kerzen l?ngst erloschen. Virginia, seine geliebte Tochter, f?hlte sich nicht wohl und war fr?h zu Bett gegangen. Bedienstete gab es in diesem Haus schon lange nicht mehr. Wer also hatte diesen fremden Besucher ins Haus gelassen?

Der Mann rieb sich die Augen. Tr?umte er vielleicht? Nein, dies war kein Traum. Das Rei?en in den Gliedern, das mit den Jahren immer schlimmer geworden war, machte ihm auf schmerzhafte Weise klar, dass er hellwach war. Angst hatte er nicht. Zu viel schon hatte er im Laufe seines Lebens durchgemacht, als dass ein n?chtlicher Besucher in der Lage gewesen w?re, den Mann noch in Schrecken zu versetzen. Zu viel hatten seine alten Augen gesehen ? auch Vieles, das zun?chst unglaublich erschienen war. Immer war er den Dingen auf den Grund gegangen, furchtlos Kritikern und Verfolgern gegen?ber getreten, hatte seine Erkenntnisse publik gemacht. Vermeintliche Freunde hatte er verloren, Verurteilung und Haft ertragen, was sollte ihm noch geschehen?

Wortlos hatte der Besucher pl?tzlich an die T?r seiner Schlafkammer geklopft. Der Mann musste sich anstrengen, um in der Dunkelheit die Konturen seines seltsamen Gastes erkennen zu k?nnen. Der Mann, von seinem ganzen Wesen her darauf angelegt, sich Klarheit zu verschaffen, beschloss, eine Kerze zu entz?nden. Zuerst zaghaft, dann kr?ftig z?ngelte die Flamme und erhellte den Raum mit einem sp?rlichen Lichtschein. Der Mann wartete, bis sich seine Augen an die k?rgliche Beleuchtung gew?hnt hatten. Dann begann er, den Besucher zu mustern. Er war jung, um die 30 Jahre. Und gro? war er, gr??er als der Mann selbst.

Ein freundliches L?cheln lag auf seinen Lippen, bevor er den Mund ?ffnete und mit der sanftesten Stimme, die der Mann je vernommen hatte, das Gespr?ch er?ffnete: ?Verzeihen Sie die St?rung, edler Herr. Es ist sonst nicht meine Art, zu n?chtlicher Stunde in fremde H?user einzudringen, aber ich habe eine Mission zu erf?llen, die es mir unm?glich macht, Euch bei Tageslicht aufzusuchen.?

Der Mann war erstaunt, ob der h?flichen, ruhigen Art, in der sein Besucher sein Anliegen formulierte ? und gleichzeitig erwachte seine Neugier. Je mehr sich seine Augen an das schummrige Licht der Kerze gew?hnten, um so mehr Einzelheiten konnte er erkennen. Der Gast trug einen gl?nzenden Anzug aus einem Gewebe, das der Mann noch nie vorher gesehen hatte und er musste an sich halten, um nicht die Hand danach auszustrecken. Er wollte f?hlen, wie es sich anfasste. Seine Verwunderung wurde immer gr??er, doch noch bevor er antworten konnte, fuhr der Besucher fort: ?Darf ich Euch zu einer Reise einladen, edler Herr? Es wird eine Art der Reise sein, wie Ihr sie f?r unm?glich haltet, aber ich kann Euch versichern, dass Ihr wohlbehalten zur?ckkehren werdet. Ihr werdet Dinge sehen, die kein Mensch vor Euch je gesehen hat ? und Ihr werdet verstehen.?

Der Mann war unf?hig, sich der ruhigen Bestimmtheit seines Besuchers zu entziehen. Sein Leben lang hatte er verstehen wollen. Nun bot sich ihm die Gelegenheit dazu ? wenn auch auf ungew?hnliche und ebenso unerwartete Weise. ?Ihr seid ungebeten in mein Haus gekommen, dennoch seid Ihr willkommen. Auch wenn ich nicht wei?, wohin mich diese Reise f?hren wird, ich vertraue Euch. Wissbegier ist mein Leben und ich sehne mich danach, Neues zu erfahren. Jedoch, bevor wir aufbrechen: wie soll ich Euch ansprechen?? ?Arion?, antwortete der geheimnisvolle Besucher, ?nennt mich Arion?.

Der Mann kleidete sich an, denn er war schon zu Bett gegangen, als es an seiner T?r klopfte. Auf Zehenspitzen, damit Virginia nicht erwachte, verlie?en sie das Haus durch die T?r zum Garten, die, wie der Mann erstaunt feststellte, nicht verschlossen war. Virginia musste vergessen haben, sie zu verriegeln. Arion geleitete ihn durch das Gartentor, hin zu dem Wald, der sich an das Grundst?ck anschloss. Sie schienen in die Dunkelheit der Nacht einzutauchen, doch Arion schien sich m?helos zu orientieren. Schon nach kurzer Zeit war inmitten des Unterholzes ein gewaltiges blinkendes Unget?m zu erkennen.

So etwas hatte der Mann noch nie gesehen und jetzt wurde ihm zum ersten Mal bewusst, auf welches Abenteuer er sich hier einlie?. Gerade, als ein leichtes Gef?hl der Angst von ihm Besitz zu ergreifen drohte, fl?sterte Arion: ?Dies ist unser Reisegef?hrt. Habt keine Angst, es hat mich sicher hierher gebracht und wird auch Euch heil bef?rdern. Steigt ein, ?ffnet Augen und Verstand, doch haltet Euren Mund verschlossen ?ber das, was Ihr jetzt sehen und erleben werdet!?. Der Mann wagte nicht, zu widersprechen. Er beobachtete, wie Arion das Unget?m ?ffnete. Der Innenraum war hell beleuchtet. ?berall blinkten Lichter, die, wie der Mann erkannte, nicht von Kerzen stammten. Zwei merkw?rdig geformte St?hle warteten auf ihre G?ste. Arion kletterte in das Unget?m hinein. Der Mann folgte ihm und nahm auf dem freien Stuhl Platz. Arion schloss die gl?serne Kuppel des Unget?ms, dr?ckte auf einigen der blinkenden Lichter herum und die Reise begann.

Das Raumschiff erhob sich m?helos vom Boden. Schon bald sah der Mann sein Haus, seinen Garten, den Wald, ja das Dorf, dann die Stadt Siena ? immer gr??er wurde sein Blickfeld und immer kleiner die Erde. Meere waren zu erkennen, gro?e Landfl?chen ? der Mann war sprachlos. Die Reise ging weiter ? mitten hinein ins All, vorbei an den Planeten, die der Mann so oft durch sein Fernrohr betrachtet hatte. ?Das ist das Weltall?, erkl?rte Arion. ?Ihr habt es schon oft betrachtet und Euch gefragt, wie es dort aussehen mag, nicht wahr?? Ein stummes Nicken war die Antwort. ?Seht Euch um?, fuhr Arion fort. ?Nehmt es in Euch auf. Vergesst niemals, was Ihr hier seht. Ihr habt immer f?r die Wahrheit gek?mpft und bevor Euch Selbstzweifel ?bermannen k?nnen, sollt Ihr hier und heute den Beweis bekommen, f?r das, was Ihr als unumst??liche Wahrheit erkannt habt.?

Arion hielt das Raumschiff an. Es hielt seine Position im All und der Mann schaute sich um. Unter ihnen war die Erde zu erkennen, jener kugelrunde Planet, auf dem er zu Hause war. Der Mann konnte erkennen, dass eine H?lfte der Kugel beleuchtet war, w?hrend die andere H?lfte im Schatten lag. Jene Seite n?mlich, die von der Sonne abgewandt war. Der Mann konnte Landmassen ausmachen, riesige Wasserfl?chen und die eisbedeckten Pole. Der Anblick lie? den Mann erschauern. Was ihm hier widerfuhr, grenzte an Wahnsinn und ihm wurde klar, dass er niemandem jemals dar?ber werde berichten k?nnen. Man w?rde ihm nicht nur keinen Glauben schenken, sicherlich w?rde er auch sofort wieder in Haft genommen und diese Erfahrung wollte der Mann nie wieder machen m?ssen. ?berw?ltigt von dieser Erkenntnis und der einzigartigen Erfahrung, die er gerade machte, schloss der Mann die Augen. Arion sa? schweigend neben ihm. Er wusste nur zu gut, wie sich der Mann f?hlen musste und g?nnte ihm die Ruhepause.

Eine Ewigkeit schien zu vergehen, bevor Arion wieder die Rede an den Mann richtete: ?Edler Herr, schaut hinab. ?ffnet Eure Augen und erz?hlt mir, was Ihr seht.? Der Mann schlug die Augen auf, schaute durch die Glaskuppel hinaus und stie? ein ?berraschtes ?Oh? aus. ?Sagt mir, was Ihr seht!? forderte Arion erneut. ?Die Sonne ? sie steht an unver?nderter Position. Doch die Erde..... die Erde...?, stammelte der Mann. ?Sprecht weiter!? Der Mann l?chelte nun und seine Augen schienen zu leuchten. ?Die Erde hat sich bewegt. Ich kann Teile sehen, die vorhin noch im Schatten lagen.? ?Was bedeutet das f?r Euch??, fragte Arion weiter. ?Ich habe recht gehabt. Die Erde dreht sich um die Sonne. Ich habe es gesehen, ich habe es mit eigenen Augen gesehen!? Auch Arion l?chelte nun, wusste er doch, welche Bedeutung diese Erkenntnis f?r seinen Reisegef?hrten besa?. ?Meine Mission ist erf?llt, edler Herr! Ich werde Euch nun nach Hause bringen. Vergesst nicht: Niemand darf je von unserer Reise erfahren. NIEMAND!? ?Ich verspreche es. Kein Mensch wird davon erfahren. Arion, ich danke Euch von ganzem Herzen! Ihr ahnt nicht, was diese Nacht f?r mich bedeutet!?

Arion setzte das Raumschiff wieder in Bewegung. Langsam n?herten sie sich wieder der Erde, tauchten in die Atmosph?re ein. Schweigend nahm der Mann die Eindr?cke in sich auf. Der Morgen d?mmerte bereits, als Arion den Mann zu seinem Haus geleitete und in sein Schlafgemach, das er vor wenigen Stunden verlassen hatte. Das Haus war noch immer ruhig. Virginia schien von dem n?chtlichen Ausflug ihres Vaters nichts bemerkt zu haben. Mit ruhigem L?cheln betrachtete Arion den Mann, der ersch?pft und gl?cklich auf sein Bett sank. ?Lebt wohl, edler Herr. Unsere Reise war mir ein Vergn?gen. Ihr werdet mich nie wiedersehen, doch vergessen werdet Ihr mich nie.? Arion verlie? das Schlafgemach ebenso leise, wie er es zu Beginn der Nacht betreten hatte.

8. Januar 1642: In Arcetri, nahe Siena, stirbt im Kreise seiner Freunde ein Mann. Bevor er f?r immer verstummt, sagt er mit Trotz in der Stimme: ?Und sie bewegt sich doch? und setzt, nun fl?sternd, hinzu: ?Ich habe es gesehen?....


Der Fall Galilei kann uns eine bleibend aktuelle Lehre sein f?r ?hnliche Situationen, die sich heute bieten und in Zukunft ergeben k?nnen." (Papst Johannes Paul II.an die P?pstliche Akademie der Wissenschaften am 31. Oktober 1992)
29.11.04 19:04


ich bin ich und du bist du

Hei?e ich vielleicht Sophie und bewege mich durch ein Kapitel eines der ber?hmtesten philosophischen Romane ?berhaupt? NEIN ? ich bin Madeleine, das wei? ich genau. Und dieser Zettel kann nur ein ?bler Scherz sein. Bestimmt steckt Jacky dahinter. ?Du findest mich am Fluss unter der alten Eiche?. Mit blauer Tinte hat jemand diesen Satz auf einen Zettel geschrieben. Was soll das? Und wenn der Zettel f?r mich bestimmt war, warum hat ihn der Verfasser erst noch t?chtig zerknittert? Oder ist das passiert, als er meinem Sch?ferhund Hector das St?ck Papier am Halsband befestigte? Hector ist aber auch wirklich viel zu zutraulich. Er l?sst sich einfach alles gefallen und die Leute scheinen das zu sp?ren. Angst hat jedenfalls niemand vor ihm.
Ich wei? schon, Jacky hat sich das ausgedacht. Sie kennt mich schon seit dem Kindergarten und sie wei?, dass ich Detektivspiele ?ber alles liebe. Aber ? zum Teufel ? wir sind l?ngst keine Kinder mehr. Ich bin 28, Notariatsgehilfin und kinderlos geschieden. F?r Spielchen bin ich wirklich inzwischen viel zu alt. Und Jacky eigentlich auch.

?Du findest mich am Fluss unter der alten Eiche?. Der Satz ?bt eine unbeschreibliche Anziehungskraft auf mich aus. Ich schaue aus dem Fenster. Es ist ein herrlich lauer Sommerabend. Die Hitze des Tages ist einer erfrischenden Brise gewichen. Ich nehme den Zettel aus dem Papierkorb, betrachte ihn, als k?nne er mir sein Geheimnis verraten. Ich starre ihn an, zerkn?lle ihn, gl?tte ihn wieder und starre wieder darauf. Was soll das blo?? Hector liegt zu meinen F??en und schaut mich ratlos an.

?Komm mein Junge?, sage ich laut zu ihm, ?wir machen einen Spaziergang.? Es wird bald dunkel werden, aber ich habe keine Angst. Die Anwesenheit des Hundes hatte schon immer eine beruhigende Wirkung auf mich. Bis zum Fluss ist es eine gute halbe Stunde Fu?marsch, aber jetzt ist meine Neugier geweckt. Ich krame die Taschenlampe aus der K?chenschublade. Sie funktioniert noch. Hector kann kaum erwarten, noch einmal raus zu kommen. Er ist ein verl?sslicher Hund. Die Leine nehme ich zwar mit, aber ich glaube nicht, dass wir sie brauchen werden.

Auf dem Weg zum Fluss h?nge ich meinen Gedanken und Hector seinem Geruchssinn nach. Die alte Eiche. Ich habe ein komisches Gef?hl, wenn ich daran denke, so, als sei mit ihr eine Erinnerung verbunden, die ich nur allzu gern verdr?ngt habe. Wenn ich doch nur w?sste, was es damit auf sich hat. Wie ein Blitz f?hrt ein Bild durch meinen Kopf. Ein Mann! Mich fr?stelt. Der Mann sitzt unter der Eiche. Er tr?gt alte, abgewetzte Kleidung. Sein Stoppelbart l?sst darauf schlie?en, dass er schon lange mehr keinen Wert auf K?rperpflege legt. Madeleine, rei? dich zusammen, denke ich. Aber die Erinnerung h?llt mich ein, sie l?sst mir keine Chance mehr. Wie eine Flutwelle umschlie?t sie mich. Es gibt kein Entrinnen.

Nicht mehr weit bis zum Fluss, aber mir ist, als k?nnte ich keinen Meter mehr weiter gehen. Ich lasse mich ins warme Gras einer Obstwiese sinken, die zusammen mit vielen anderen den Weg zum Fluss s?umt. Zusammen gekauert, die Beine ganz eng an den K?rper gezogen, gebe ich mich meinen Erinnerungen hin...

?Madeleine, komm da weg!?. In Jackys Stimme schwingt Angst mit, aber ich gehe unbeirrt weiter. Die unheimliche Gestalt am Fu? der gro?en Eiche macht mir keine Angst. Ich bin 9 Jahre alt und neugierig. Als ich bei der Eiche ankomme, hebt die Gestalt den Kopf. M?de Augen blicken mich an. ?Geh!?, sagt der Alte. ?Lass mich in Ruhe!?. Ich weiche ein paar Meter zur?ck, aber ich laufe nicht davon. ?Wer bist du??, frage ich den Mann und ich bin ?berrascht, als er antwortet: ?Ich bin, der ich bin. Mein Zuhause ist dein Zuhause. Ich bin ich und du bist du. Oder bin ich vielleicht du und du bist ich?? Ein wirres Lachen begleitet seinen letzten Satz. ?Madeleine, nun komm schon?, ruft Jacky wieder. Sie wartet in sicherer Entfernung auf mich. ?Kleine, verschwinde von hier?, brummt der Alte. Ich schaue ihm ins Gesicht und meine Nackenhaare str?uben sich. Ich kann durch ihn hindurch sehen! Wie auf einem R?ntgenbild kann ich seine Knochen erkennen. Sein Sch?del grinst mich an, mit gebleck! ten Z?hnen. ?Bist du der Tod?? fl?stere ich. Er antwortet mit einem hohl klingenden Lachen, das vom anderen Ende des Universums zu kommen scheint. ?Ich bin der, der ich bin. Ich bin ?berall und nirgendwo. Ich bin in dir und du bist in mir.? ?Madeleine!! Jetzt komm doch endlich da weg?, Jackys Rufen ist nun zu einem hysterischen Schreien geworden. Ich gebe nach, laufe so schnell ich kann zu meiner wartenden Freundin. ?Madeleine, sag mal?, fragt Jacky, ?warum hast du diesen Baum so lange angestarrt und mit wem, zum Teufel, hast du da geredet? Du bist wohl plemplem?? W?hrend wir zusammen nach Hause laufen, stimmt sie einen Sprechgesang an, so wie es Kinder tun: ?Madeleine ist v?llig irre, Madeleine ist v?llig irre!?...

Ich gehe nicht weiter. Ich rufe Hector, der sich schweren Herzens, aber unterw?rfig, zu mir zur?ck trollt. Eilig machen wir uns gemeinsam auf den Weg. Als ich zu Hause ankomme, bin ich v?llig au?er Atem. Um meine Panik zu verdr?ngen, mixe ich, so wie ich es sonst nur f?r Jacky und mich tue, einen Mexican Sunset. Ich st?rze ihn hinunter, als l?sche jeder Schluck einen Teil meiner Erinnerungen. Ich muss mit Jacky reden. Ich w?hle ihre Nummer. Besetzt. Der Drink brennt in meiner Kehle, als ich den Zettel zur Hand nehme, der noch immer auf dem Tisch liegt. ?Ein kleiner Gru? von deiner besten Freundin? steht darauf...
29.11.04 19:02


Freundesdienst

Ramona bestieg das Flugzeug. Zum ersten Mal in ihrem nicht mehr ganz jungen Leben hatte sie es gewagt. Eine Flugreise! Noch vor kurzem w?re das Benutzen dieses Transportmittels f?r sie v?llig undenkbar gewesen, aber dann hatten ihre Freunde sie zu einem gemeinsamen Urlaub in Griechenland ?berredet. H?tte sie geahnt, dass diese Freunde sie im letzten Moment im Stich lassen w?rden, niemals h?tte sie sich darauf eingelassen. Im Stich lassen war eigentlich nicht das richtige Wort. ?Sei nicht albern!? dachte sie. ?Vasily?s Herzinfarkt ist wirklich ein Schicksalsschlag und anstatt dar?ber zu jammern, dass du nun allein wirst in der Sonne liegen m?ssen, solltest du dich um deine Freunde sorgen.? Nach Annettes Anruf vor drei Tagen war Ramona?s erste Reaktion gewesen: ?Ich bleibe zu Hause?, aber dann packte sie doch die Abenteuerlust. ?Stell dich nicht so m?dchenhaft an. Du wirst doch noch in der Lage sein, zwei Wochen allein zurecht zu kommen!?. Also hatte sie all ihren Mut zusammen gerafft und nun stieg sie tats?chlich in das Flugzeug ein, das sie, hoffentlich sicher, nach Thessaloniki bringen w?rde.


Der Flug verlief ohne Komplikationen. Ramona schaffte es sogar, sich zu entspannen. Allm?hlich begann die Vorfreude. ?Zwei Wochen Nichtstun. Sonne, Sand, Meer, gutes Essen und deine geliebten B?cher. Mensch, das klingt wie der Himmel auf Erden.? Am Flughafen wurde sie bereits von einem Taxi erwartet. Der Fahrer hielt ein Schild mit ihrem Namen hoch. Er sah irgendwie finster aus, aber Ramona hatte keine Wahl. Sie musste sich diesem Menschen anvertrauen. W?hrend der zweist?ndigen Fahrt, die Ramona mehr ?ngstigte als der gef?rchtete Flug vorher, musste sie feststellen, dass der Mann, dem sie sich ausgeliefert hatte, sie nicht verstand. Sie versuchte es in Deutsch und Englisch, aber der Mann schien nur seine Muttersprache zu beherrschen. ?Warum fliege ich auch ausgerechnet in ein Land, dessen Sprache ich nicht spreche?? schimpfte Ramona ein wenig mit sich selbst.


Die Ankunft an ihrem endg?ltigen Ziel entsch?digte sie indes f?r alles. Schon als sie aus dem Taxi ausstieg, h?rte Ramona Sirtaki-Kl?nge, die sie sogleich in Urlaubsstimmung versetzten. Der finstere Taxifahrer schien die Vermieter des Appartements zu kennen, denn nachdem er seinen Fahrgast unter lautem Hallo ? zumindest hatte Ramona die griechische Unterhaltung als herzliche Begr??ung gedeutet ? abgeliefert hatte, verschwand er mit dem Hausherren irgendwo im oberen Stockwerk. Eine kleine, dunkelhaarige Frau zeigte Ramona ihr k?nftiges Domizil. Auch sie schien kein Wort zu verstehen. Seufzend f?gte sich Ramona in ihr Schicksal. ?Zum Schweigen verdammt?, dachte sie sich, aber sie war wild entschlossen, sich nicht die Laune verderben zu lassen. Das Appartement verzichtete auf jeglichen Luxus, wirkte aber dennoch anheimelnd. ?Hier werde ich mich wohlf?hlen?, dachte Ramona und als sie den gro?en Balkon betrat, der den Blick auf den herrlichen Sandstrand freigab, f?hlte sie sich f?rmlich wie im Paradies.


Sie fing sofort an, ihre Koffer auszupacken, denn sie wollte so schnell wie m?glich die Gegend erkunden, die f?r die n?chsten zwei Wochen ihr Zuhause sein w?rde. ?Sorbas Dance?, die Titelmelodie des uralten Spielfilms mit Anthony Quinn, vor sich hinsummend, g?nnte sich Ramona eine erfrischende Dusche und schl?pfte anschlie?end in ihr brandneues pastellfarbenes Sommerkleid. Gerade als sie die wei?en Sandalen anziehen wollte, h?rte sie ein Ger?usch, das vorher nicht da gewesen war.


Zuerst war es nur ein Raunen gewesen. Ein Raunen, das von ?Sorbas? Dance? verdeckt wurde. Ramona verstummte und jetzt h?rte sie es deutlicher. Sie konnte Worte erkennen. Leise wispernd. Eindringlich. Warnend. ?Du musst hier weg!? sagte die Stimme. ?Bring dich in Sicherheit?. Immer und immer wieder diese beiden S?tze, immer im gleichen Tonfall, immer mit der gleichen Intensit?t. Ramona schaute sich um. Sie war allein. Nat?rlich war sie allein. Die kleine Frau war ja l?ngst gegangen. Dennoch vernahm sie diese Stimme. Wer sprach? Lauschend schlich sie vorsichtig durch die beiden kleinen R?ume, in der Hoffnung, das R?tsel zu l?sen und den Sprecher dieser endlos sich wiederholenden S?tze zu entdecken. Vielleicht im anderen Appartement? Nein, das Haus war absolut ruhig, ihre Nachbarn schienen ausgeflogen zu sein.


?Mir ist die Hitze wohl nicht bekommen? wischte Ramona das unheimliche Gef?hl weg, das sie zu beschleichen drohte und wie auf Befehl verstummte das Fl?stern. ?Siehst du, du hast eine zu bl?hende Phantasie, du M?chtegern-Abenteurerin!?. Erleichtert nahm sie das Summen wieder auf, zog nun endlich ihre Sandalen an, packte Handtasche und Zimmerschl?ssel und brach zu ihrem ersten Spaziergang auf.


Vasily, selbst Grieche, hatte einen Ort gew?hlt, der von Deutschen kaum frequentiert wurde. ?Peramos scheint die griechische Nordseek?ste zu sein?, schmunzelte Ramona. Sie h?tte eigentlich ja auch gar nichts dagegen gehabt, Land und Leute kennenzulernen, wenn alles wie geplant verlaufen w?re. Vasily h?tte den beiden Frauen sicherlich als Dolmetscher zur Seite gestanden ? aber nun war eben alles anders gekommen. An der Strandpromenade tummelten sich Alt und Jung, ganze Familien und Singles, P?rchen und solche, die es werden wollten. Ramona genoss das farbenpr?chtige Bild, das sich ihr bot. Bunt gekleidete, fr?hliche Menschen, azurblauer Himmel, strahlend wei?e Geb?ude und Stra?enlokale ?berall entlang der endlos erscheinenden Uferpromenade. Mist, die neuen Schuhe dr?ckten ein wenig an ihren nackten F??en. Im n?chstbesten Lokal suchte sie sich einen freien Platz und bereitete sich darauf vor, ihre Bestellung unbeholfen gestikulierend an den Mann zu bringen. An einen gutaussehenden Mann, wie Ramona feststellte. Gerade als sie versuchte, ihren Wunsch nach einer eiskalten Cola in Gesten zu verpacken, fragte der Kellner auf Deutsch nach ihren W?nschen. ?Es gibt doch einen Gott?, dachte Ramona und wunderte sich ein wenig dar?ber, dass man ihr die deutsche Herkunft schon auf den ersten Blick anzusehen schien.


Am Nachbartisch sa?en zwei ?ltere M?nner. Offenbar hatten die beiden schon m?chtig in die Ouzo-Flasche geschaut, die mittlerweile fast leer zwischen ihnen stand. Sie sprachen Griechisch miteinander und nat?rlich konnte Ramona kein Wort des Gesagten verstehen. Pl?tzlich erstarrte sie. Da war sie wieder! Die Stimme!!! ?Du musst hier weg!? und ?Bring dich in Sicherheit!? Ramona sch?ttelte den Kopf und blickte sich um. Der Kellner? Nein, er stand mindestens zwanzig Meter entfernt hinter seiner Theke und pl?nkelte mit einem weiblichen Gast herum. ?Macho, Macho? summte Ramona vor sich hin, bis sie sich selbst zur Ordnung rief. ?Hey, du h?rst eine Stimme, die dich warnt. Eine Stimme, die dich sogar bis hierher verfolgt ? und du hast nichts Besseres zu tun, als d?mmliche Melodien zu summen? Finde lieber heraus, wo das herkommt!? Hm, die beiden M?nner am Nachbartisch sprachen immer noch Griechisch miteinander. Von dort war die Stimme sicher nicht gekommen. Die beiden Kinder, die l?rmend durch das Lokal liefen? Unm?glich! Sie h?rte eindeutig die Stimme eines Mannes. Nein, sie musste hier weg! So schnell wie m?glich. Ramona beeilte sich, den Kellner an ihren Tisch zu rufen, zahlte und wartete nicht einmal auf Wechselgeld. Panisch verlie? sie das Lokal und rannte auf dem kleinen Holzsteg, der ?ber den Sandstrand hinweg vom Lokal weg f?hrte zum Meer. Aber sie schien nicht entkommen zu k?nnen. Die Stimme war immer noch da ? und diesmal hatte sie den Beweis. Sie stand allein am Ufer, kleine Wellen schienen sich nach ihren F??en zu strecken und leichter Wind k?hlte ihr verschwitztes Gesicht. ?Bring dich in Sicherheit!? und ?Du musst hier weg!?. Sie stand allein am Meeresufer, in einem Land, das sie nicht kannte. Ein paar Menschen tummelten sich in einiger Entfernung im Wasser. Die Erkenntnis traf sie wie ein Blitzschlag: ?Die Stimme ist in meinem Kopf!!!?


?Okay?, versuchte sie krampfhaft, Ruhe zu bewahren. ?Du h?rst also eine Stimme, die dir sagt, du sollst von hier verschwinden. Hey, altes M?dchen, du verlierst den Verstand!!? Die Panik lie? sich nicht l?nger verdr?ngen. ?Oh mein Gott, ich habe eine STIMME in meinem Kopf!? Psychose, Schizophrenie, Wahnsinn ? Begriffe schossen ihr durch den Sinn. ?Was mache ich jetzt, was mache ich blo??? Panik wich der Verzweiflung, Tr?nen rannen ungehemmt ?ber ihr Gesicht. ?Bring dich in Sicherheit! Du musst hier weg!? Die Stimme hatte nicht an Intensit?t verloren. Doch je l?nger Ramona darauf lauschte, umso vertrauter schien ihr der Tonfall. Sie kannte den Sprecher, auch wenn sie ihn nicht benennen konnte. Immer noch war Angst in ihr, doch wieder zwang sie sich zur Ruhe. ?Die Stimme warnt mich ? der Sprecher meint es offenbar gut mit mir. Ich sollte versuchen, mich mit ?ihm? anzufreunden.? Sie wartete, bis Sonne und Wind die salzigen Tr?nen auf ihrem Gesicht getrocknet hatten und ging dann langsam, nahezu vorsichtig, auf dem Steg zur?ck in das Lokal, das sie noch vor ein paar Minuten v?llig panisch verlassen hatte.


Der gutaussehende Kellner schien bemerkt zu haben, dass es der deutschen Touristin nicht gut ging. Er war in Deutschland aufgewachsen und erst als Erwachsener in sein Heimatland zur?ck gekehrt. Mit Deutschland verband er nette Erinnerungen. Diese Sympathie ?bertrug er jetzt auf die attraktive Enddrei?igerin. W?hrend Ramona versuchte, bei einer Tasse Tee ihre Fassung zur?ck zu gewinnen, l?chelte Dimitrios sie freundlich an und verwickelte sie in ein Gespr?ch. ?Woher in Deutschland kommen sie??. Ramona fuhr erschrocken zusammen. Sie war so mit ihrem akustischen Begleiter besch?ftigt gewesen, dass eine reale Konversation sie v?llig ?berraschte. ?Ach, ich wohne in einem Dorf in der N?he von Frankfurt?. ?Sind Sie allein in Peramos?? ?Nun ja,? dachte Ramona, ihren Galgenhumor zur?ck gewinnend, ?ganz allein offenbar nicht?. Sie antwortete: ?Ja?.


?Darf ich fragen, wo Sie hier wohnen?? ?Ich habe ein kleines Appartement gemietet. Am Ende der Promenade.? ?Bei Takis Panaiotis?? ?Ja, genau ? kennen Sie ihn?? Dimitrios lachte bitter auf, sein Blick verfinsterte sich. ?Jeder in Peramos kennt Takis Panaiotis.? Unvermittelt wandte sich Dimitrios ab und ?berlie? Ramona sich selbst und der Stimme in ihrem Kopf. ?Merkw?rdig?, dachte sie. ?Ein so pl?tzliches Ende der Unterhaltung hatte ich irgendwie nicht erwartet.? Wortlos zahlte sie ihren Tee und verlie? das Lokal. ?So, mein Freund, dann gehen wir beide jetzt mal nach Hause?. Beinahe konnte sie schon wieder ?ber sich selbst lachen.


Erst als sich Ramona auf dem bequemen Liegestuhl auf dem Balkon ihres Appartements ausgestreckt hatte, dachte sie dar?ber nach, wovor die Stimme sie wohl warnen wollte. Sie konnte beim besten Willen nichts Bedrohliches entdecken. Die Menschen hier schienen freundlich zu sein. Dass sie Ramona nicht verstanden, war ja nicht deren Fehler. Das spartanisch-behagliche Ambiente des Appartements versprach ihr die erhoffte Ruhe und die Sirtaki-Kl?nge aus dem Tanzlokal nebenan zeugten von fr?hlicher Ausgelassenheit. Was, zum Teufel, wollte der Kerl in ihrem Kopf also von ihr? ?Sag mal, mein Freund ? hast du eigentlich etwas dagegen, wenn ich dir einen Namen gebe? Das ist ein bisschen pers?nlicher. Wenn du schon in meinem Kopf bist, sollte ich dich wenigstens ansprechen k?nnen. Lass mich ?berlegen, was zu dir passen w?rde .... hmmm, wie w?re es mit .... Hermes?? Wozu hatte sie im Flugzeug griechische Mythen gelesen? Hermes war der G?tterbote ? vielleicht hatte er ihr tats?chlich eine Nachricht ?von oben? zu ?bermitteln?


Hermes schien von seinem neuen Namen unbeeindruckt. ?Bring dich in Sicherheit! Du musst hier weg!? fl?sterte er ohne Pause. Die permanenten Wiederholungen trieben Ramona nicht mehr in Panik, vielmehr sorgten sie daf?r, dass Ramona in traumlosen Schlaf fiel.


?Wegbringen... festhalten...Ausweis...verkaufen... Boot ... Insel... Kunden...Deutsche?


Ramona erwachte. Seltsam! Hermes hatte offenbar seinen Sprachschatz erweitert. Statt der unaufh?rlichen Warnungen fl?sterte er jetzt W?rter, deren Sinn Ramona nicht verstand. Doch jetzt h?rte sie noch mehr Stimmen. ?Oh je, Hermes hat doch nicht etwa Gesellschaft bekommen??, dachte Ramona, aber dann erkannte sie, dass die anderen Stimmen nicht aus ihr kamen. Auf dem Balkon, der direkt ?ber ihrem lag und der offenbar zur Wohnung des Vermieterehepaares geh?rte, unterhielt sich Takis Panaiotis mit seiner Frau. Takis klang energisch und gelegentlich laut, w?hrend seine Frau eher ruhig, nahezu sch?chtern antwortete. Ramona verstand kein Wort von dem Gespr?ch, das die beiden dort oben f?hrten, also konzentrierte sie sich wieder auf das, was Hermes ihr zu sagen hatte.


?Wegbringen... Ausweis...verkaufen... Boot ... Insel... Kunden...Deutsche?


?Hermes? seufzte Ramona leise. ?wenn ich doch nur w??te, was das jetzt wieder zu bedeuten hat? ? und dann hatte sie eine Idee. ?bersetzte Hermes dort gerade Fetzen der Unterhaltung, die direkt ?ber ihren K?pfen gef?hrt wurde? Ja, das musste es sein. ?Verflixt. Meinen die beiden mit der Deutschen etwa mich?? ?Wegbringen...festhalten....Ausweis...? Die Erkenntnis traf sie wie ein Keulenschlag. Die beiden hatten also d?stere Pl?ne mit ihrem deutschen Feriengast. Davor hatte Hermes sie warnen wollen. ?Oh NEIN, ich sitze in der Tinte?. Ramona konnte sich nicht wirklich vorstellen, was ihre Vermieter konkret beabsichtigten, aber sie ahnte, dass es wohl kl?ger w?re, das Haus zu verlassen. ?Hm, ich gehe noch mal zu dem netten Kellner. Immerhin spricht er meine Sprache und diesem Takis scheint er selbst ein wenig skeptisch gegen?ber zu stehen. Ich werde ihm von meinem Dilemma berichten. Vielleicht kann er mir helfen?.


W?hrend die Sonne langsam der Abendd?mmerung wich, versuchte Ramona, die neuen Vokabeln ihres st?ndigen Begleiters in einen Zusammenhang zu bringen. Wollte man die Deutsche auf einem Boot zu einer Insel bringen? W?rde man ihr den Ausweis wegnehmen und zu einem guten Preis verkaufen? ?Absurd!?, sagte sich Ramona. ?Warum ausgerechnet ich?? Sie hatte sich aber nun einmal entschlossen, Hermes als Freund zu betrachten und seine Warnungen ernst zu nehmen. Wenn sie sich retten wollte, musste sie also handeln.


Dimitrios stand hinter der Theke. Offenbar verbrachte er zwei Drittel des Tages damit, Gl?ser zu sp?len. Als Ramona an einem der kleinen Tische Platz nahm, warf er einen kurzen nichtssagenden Blick her?ber, fuhr aber zun?chst unbeirrt in seinem Tun fort. Erst als das letzte Glas zum Abtropfen auf der Sp?le stand, bem?hte sich Dimitrios an den Tisch der deutschen Touristin. ?Guten Abend, was darf ich Ihnen bringen?? fragte er. Ramona hielt es f?r besser, nicht gleich mit der T?r ins Haus zu fallen. Nur zu gut erinnerte sie sich an Dimitrios merkw?rdige Reaktion, als sie am Nachmittag den Namen ihres Vermieters erw?hnt hatte. ?Einen Bauernsalat und ein Glas trockenen Rotwein, bitte?. Dimitrios nahm ihre Bestellung auf und verschwand wortlos in Richtung K?che. Schon bald darauf servierte er den Wein und schenkte ihr sogar ein kleines L?cheln. Ramona l?chelte zur?ck und z?gerte nicht, ihrerseits ein Gespr?ch mit Dimitrios zu beginnen. ?Wo haben sie Deutsch gelernt?? ?Ich habe in Deutschland gelebt, bis ich zwanzig war. Dann wollte ich wieder zur?ck in die Sonne.? ?Haben sie Familie?? ?Ja, meine Eltern leben hier in Peramos. Entschuldigen Sie, es sind neue G?ste gekommen. Ich muss weiter arbeiten.? Sprach?s und verschwand in Richtung eines gro?en Tisches, wo sich unter fr?hlichem Gel?chter ein Dutzend Jugendlicher niedergelassen hatte.


Hermes hatte inzwischen seinen alten Rhythmus wiedergefunden und setzte seine Warnungen pausenlos fort. Ramona musste handeln. Als Dimitrios die jungen Leute am Nebentisch mit Getr?nken versorgt hatte, ging sie darum noch einmal in die Offensive. ?Mein Vermieter, Sie sagten jeder in Peramos kennt ihn. Ist er ein netter Mensch?? fragte sie Dimitrios und beobachtete dabei seinen Gesichtsausdruck. Seine Miene verriet Anspannung. ?Takis ist ein knallharter Gesch?ftsmann. Er wei?, wie man zu Geld kommt. Bei den meisten hier ist er trotzdem beliebt.? ?Womit verdient er denn sein Geld?? hakte Ramona nach und musste sich eingestehen, dass sie f?r eine derartige Befragung die denkbar schlechteste Person war. Zu sehr brannten ihr Fragen auf den Lippen, als dass sie sich mit der Kunst des unauff?lligen Fragens h?tte belasten wollen. ?Das wei? niemand so ganz genau?. Dimitrios? Antwort war nicht wirklich dazu geeignet, ihre ?ngste zu zerstreuen. ?Er handelt mit allem, was ihm in die Quere kommt.? setzte Dimitrios noch hinzu, was in Ramona s?mtliche Alarmglocken zum L?uten brachte. Ihr Herz begann zu rasen und ihre Angst ?bert?nte den Verstand, als sie ihre n?chste Frage stellte. ?Verkauft er auch Menschen?? Dimitrios bitteres Lachen und ein kurzes ?Manchmal? waren die Antwort.


?H?ren Sie, sie sind fremd hier und m?chten sicher die Gegend kennenlernen. Nach Feierabend will ich mit dem Boot r?berfahren zu einer kleinen Insel. H?tten Sie nicht Lust, mich zu begleiten? Dann kann ich Ihnen in Ruhe erz?hlen, was Sie wissen m?chten.? Spontan willigte Ramona ein, nicht ohne gleich darauf an der Richtigkeit dieser Entscheidung zu zweifeln. War sie denn von allen guten Geistern verlassen? Vor kurzem hatte sie ein Gespr?ch belauscht, in dem es darum ging, dass man sie verkaufen wollte ? wobei Ramona sich immer noch wunderte, wer in drei Teufels Namen denn so dumm sein w?rde, einen Kaufpreis f?r eine mittelalterliche Deutsche auf den Tisch zu bl?ttern ? und jetzt war sie bereit mit einem griechischen Kellner, dessen einziger Verdienst war, ihre Sprache zu sprechen, zu einer abgelegenen Insel zu fahren. ?Ramona, du musst wirklich verr?ckt geworden sein?, dachte sie und w?hrend sie darauf wartete, dass Dimitrios seine Arbeit beendete, unternahm sie den Versuch eines inneren Zwiegespr?chs mit Hermes. Ihr Begleiter indes schien nicht an Smalltalk interessiert. Er stie? unbeirrt seine Warnungen aus. ?Du musst hier weg! Bring dich in Sicherheit!?.


Nur zwei Stunden sp?ter setzte Ramona den Fu? auf die kleine Insel, die Dimitrios w?hrend der ?berfahrt als sein pers?nliches kleines Paradies beschrieben hatte. Hier kam er her, wenn er allein sein wollte. Die Insel war viel zu klein, um bewohnt zu sein. Pflanzen und Insekten bestimmten ihre Vegetation ? dennoch besa? sie einen wundersch?nen Sandstrand, wo sich die beiden Ausfl?gler nun niederlie?en. Ramona f?hlte sich noch immer unbehaglich. Dimitrios holte eine Flasche Wein und zwei Gl?ser aus dem Boot und w?hrend er Ramona zuprostete, funkelten seine Augen gef?hrlich. Das Funkeln konnte alles M?gliche bedeuten und Ramona hoffte inst?ndig, dass ihre Entscheidung hierher zu kommen, nicht die falsche gewesen sein m?ge. ?Takis ist mein Vater?, nahm Dimitrios das Thema wieder auf. Seine Augen funkelten noch immer, aber jetzt konnte Ramona erkennen, dass es blanke Wut war, die sich darin spiegelte. ?Sie haben vorhin gefragt, ob er auch mit Menschen handelt. Ja, das tut er!! Er wollte seinen einzigen Sohn verkaufen! Nat?rlich nicht gegen Bargeld. Er hatte sich in den Kopf gesetzt, mich mit der Tochter eines reichen Gesch?ftsmannes aus Kavala zu verkuppeln. Reichtum zu Reichtum war seine Devise. Aber er hatte die Rechnung ohne mich gemacht. Diese Helena machte ihrem Namen ?berhaupt keine Ehre. Sie war ein h?ssliches Entchen und noch dazu strohdumm. Ich wollte sie nicht heiraten!? Ramona h?rte zu und beobachtete dabei Dimitrios lebhafte Mimik. ?Er wollte mich f?r den Wohlstand der Familie verkaufen, mich zur Hochzeit zwingen. Aber ich lasse mich von NIEMANDEM zwingen. Was soll ich sagen? Mein Vater duldet keinen Widerspruch, also hat er mich enterbt und mich aus der Familie versto?en. Wenn ich meinen Eltern auf der Stra?e begegne, schauen sie in die andere Richtung oder wechseln die Stra?enseite. Ich bin allein.? W?hrend Ramona mit Dimitrios litt, stellte sie zu ihrer ?berraschung fest, dass Hermes schwieg. Keine Stimme mehr in ihrem Kopf. War sie nun in Sicherheit, hatte der Wein sie so bet?ubt, dass sie die Stimme nicht mehr h?rte oder war Hermes vom vielen Sprechen heiser geworden? Hermes schwieg, doch bevor Ramona sich noch dar?ber wundern konnte, erz?hlte Dimitrios weiter. ?Mein Vater handelt jetzt haupts?chlich mit Booten. Er kauft alte Fischerboote, m?belt sie wieder auf und verkauft sie dann wieder ? ?berwiegend an Deutsche.? Ramona begann zu lachen. Dimitrios schaute sie verst?ndnislos an, aber Ramona lachte weiter, befreit und sich selbst f?r ihre Dummheit scheltend. ?Er handelt mit Booten? dachte sie ?und ich Dummkopf hatte angenommen, ICH soll verkauft werden. Albernes G?nschen!? Nat?rlich konnte sie Dimitrios den Grund f?r ihre pl?tzliche Heiterkeit unm?glich erkl?ren, ohne sich selbst komplett l?cherlich zu machen und ihm noch dazu von Hermes zu erz?hlen. ?Entschuldigen Sie? sagte sie statt dessen, ?ich musste gerade an einen Witz denken?. Eine Weile blieben sie noch am Strand sitzen, den Wein zwischen sich, unbefangen plaudernd und guter Laune. Endlich beim ?Du? angelangt, traten die beiden kurz darauf den Heimweg an. Die Nacht war sternenklar und friedlich und Ramona f?hlte sich zum ersten Mal seit ihrer Ankunft v?llig entspannt.


Eine Stunde sp?ter: Fassungslosigkeit!


Wo noch am Nachmittag Ramonas Ferienwohnung gewesen war, schlugen nun Flammen aus den Fenstern. Vor dem Haus Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen ? Menschen, die hektisch umherrannten, verzweifelt bem?ht, Hausbewohner in Sicherheit und das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Ramona sah gerade noch, wie Takis Frau in den Krankenwagen gebracht wurde, ihr Gesicht ru?geschw?rzt. Ramona konnte ihr schmerzerf?lltes St?hnen h?ren. Dimitrios, der sehr schnell von dem Ungl?ck geh?rt hatte, war zur Ungl?cksstelle geeilt. Er w?rde der Ambulanz ins Krankenhaus folgen. Nur kurz wandte er sich an Ramona. ?Es scheint eine Explosion gewesen zu sein. Vermutlich ist ein Fass mit Dieselkraftstoff f?r ein Boot in Brand geraten. Mein Vater wollte ja nicht h?ren. Nur gut, dass wenigstens Du nicht zu Hause warst, als es passierte! ?


Ratlos und betroffen stand Ramona vor dem flammenden Etwas, das ihr Feriendomizil h?tte sein sollen. Irgendwo zwischen den unz?hligen Helfern erkannte sie den finsteren Taxifahrer vom Nachmittag wieder und auch er hatte sie entdeckt. Gestikulierend kam er auf sie zu, legte den Arm um sie und f?hrte sie die Stra?e entlang zu einer kleinen Pension, wo er der Wirtin klar zu machen schien, was passiert war und dass der deutsche Gast eine Schlafst?tte brauchte. Ramona l?chelte ihm dankbar zu und deutete dann auf das Telefon. Sie musste Annette anrufen! Als sich die Freundin meldete, war ihre Stimme kaum zu erkennen. Statt des Namens drang ein Schluchzen an Ramonas Ohr. ?Annette! Was ist passiert?? schrie Ramona fast in den H?rer. Unter Aufbietung all ihrer Kraft stammelte Annette: ?Ramona, Vasily. Vasily ist ...? ?Vasily ist was?? ?Er ist tot!? Nein, das war zu viel. Das konnte doch nicht sein. ?Wann, Annette ? wann ist er gestorben?? ?Heute Morgen. 11.17 Uhr.? Fassungslos erinnerte sich Ramona. Das war die Zeit, als sie Hermes? Stimme zum ersten Mal realisiert hatte. Und nun verstand sie...
29.11.04 18:59


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