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erschienen in der Anthologie "Tastengefl?ster"
ISBN 3-89906-752-5



Anmerkung von teuker: urspr?nglich trug die Geschichte den Titel "Mutter", wurde dann aber im Zuge der Ver?ffentlichung von mir in "Kaspar" umbenannt

Kaspar

?Seid Ihr die Mutter??

Pl?tzlich war er zwischen den goldgelben Getreide?hren aufgetaucht, die den Weg zum Wald s?umten. Auf den Feldern m?hten sich M?nner, Frauen und Kinder, die Ernte einzubringen. Doch zu den Erntehelfern geh?rte er bestimmt nicht. Er sah seltsam aus. Ein junger Bursche noch, in der Kleidung eines Edelmanns, einen vornehmen Zylinder auf dem Kopf. Vielleicht zwanzig Jahre war er alt, aber seine Augen sprachen von Kummer und Leid.

Ich erschrak ob seiner unerwarteten, verr?ckt wirkenden Frage. Sofort ?berlegte ich, ob ich nicht besser weglaufen sollte, doch er war viel j?nger als ich. Er w?rde mich einholen! So schickte ich insgeheim ein Gebet zum Himmel, dass der Herr mich besch?tzen m?ge, und blieb.
?Seid Ihr die Mutter??, fragte er erneut.
?Nein, Herr, ich bin keine Mutter?, entgegnete ich unsicher.
?Kennt Ihr Kaspars liebe Mutter??, fragte er weiter.
?Nein, Herr, ich kenne keinen Kaspar und also auch nicht seine liebe Mutter.?
?Das macht den Kaspar traurig?, antwortete er und als ich die Trauer in seinem Gesicht las, erkannte ich, dass er jener Kaspar war, von dem er sprach. Ich war eine alte Frau und neugierig. Ich wollte mehr ?ber ihn erfahren.
Ich war auf dem Weg in den Wald gewesen. Pilze wollte ich sammeln. Ich wusste, wo ich die sch?nsten Exemplare finden w?rde. Aber das eilte ja nicht.
?Wo wohnt denn der Kaspar??, wollte ich wissen und bediente mich unwillk?rlich seiner seltsamen Art, zu sprechen.
?Beim Lehrer Meyer. Kennt Ihr den Lehrer Meyer? Der ist garstig.?
Lehrer Meyer. Ja, den kannte ich. Mir fiel ein, dass ich die Frauen auf dem Marktplatz hatte tratschen h?ren ?ber den ?Findling?, den der Lehrer bei sich aufgenommen hatte. Von einem Prinzen war die Rede gewesen, von Betrug und dass der Lehrer reichlichen Lohn empfangen hatte. Nun reute es mich, dass ich nicht besser zugeh?rt hatte.
?Warum ist der Herr Lehrer Meyer garstig??, versuchte ich, das Gespr?ch in Gang zu halten.
?Der haut den Kaspar, wenn er nach der Mutter fragt. Die liebe Mutter. Arm ist sie g?wesen und konnt? den Kaspar nicht mehr n?hren. Weg?geb?n hat sie ihn. Zum b?sen Mann.?
?Zum Lehrer Meyer??
?Net zum Lehrer Meyer. Zum b?sen Mann. Eing?sperrt hat der den Kaspar und allein gelassen. Immer allein.? Ein Schatten flog ?ber das Gesicht des J?nglings. Der erste Blick in seine Augen hatte mich nicht get?uscht. Schweres hatte er erlebt.
?Und kalt ist es g?wesen, kalt und dunkel. Und immer allein?, fuhr Kaspar fort. Es brauchte keine Fragen mehr. Er sprach einfach weiter...

Leserstimmen zu "Kaspar":

...Deine traumhafte Sprachbeherrschung hatte ich ja schon lange bewundert, aber in der "Mutter" verschmelzen Sprache und Inhalt zu einer Einheit von ganz neuer, menschlicher Wahrhaftigkeit. Die Geschichte strahlt, finde ich, einerseits etwas sehr Sanftes aus, andererseits hat sie das Kraftvolle eines alten Holzschnittes.


Serge

Vielen Dank, Serge!


Gesprochene Version

28.5.05 21:25
 


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