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Nachts geht das Telefon

erscheint in der Anthologie "Verfolgt", Lerato-Verlag - ISBN folgt in Kürze

Nachts geht das Telefon
Und ich wusste schon,
das kannst nur du sein ...
(Zarah Leander)


Nochmal nachsehen, ob die Wohnungstür verschlossen ist. Die Kette ist vorgelegt, der Bewegungsmelder aktiviert. Telefon griffbereit neben mir.
Vorsichtig durch die Ritzen der Jalousie spähen: niemand zu sehen.
Ist die Balkontür auch wirklich zu? Ich schaue lieber nach.
Meine Erregung wächst. Ich spüre, wie die vertraute Gänsehaut meinen Körper emporkriecht, mein Herz schneller schlägt, das Kribbeln in meinem Nacken zu glühenden Nadelspitzen wird. Ich kann ihm nicht entgehen. Was ich auch immer versucht habe, es war von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Fast wolllüstig sehne ich mich nach dem erlösenden Klingeln des Telefons und fürchte es gleichzeitig. Seit jener Nacht vor einem Jahr ...

Ich genoss mein Single-Dasein in vollen Zügen. An jedem Wochenende zog ich mit meiner Clique durch die Discotheken unserer Stadt und meist ging ich nicht allein nach Hause.
„Samantha“, versuchte Karina manchmal, mich zu ermahnen, „Mensch, denk mal drüber nach, was du da machst. Du weißt doch gar nicht, wen du dir da ins Haus holst. Einen Aidskranken vielleicht oder einen Lustmörder!“
„Sei nicht kindisch. Ich weiß, was ich tue“, lachte ich sie dann aus. „Ich seh mir die Typen genau an, keine Sorge.“
In dieser Nacht vor einem Jahr hatte ich keinen „Jagderfolg“ und außerdem ein bisschen zu viel getrunken. Es kostete mich Mühe, die Treppe zu meinem Appartement hochzubalancieren und kaum hatte ich es geschafft, hörte ich von drinnen schon das Telefon läuten. Verdammt, ich hatte vergessen, den Anrufbeantworter einzuschalten. Wenn das nun ein wichtiger Anruf war! Ich beeilte mich, den Schlüssel ins Schloss zu stecken und rannte schnurstracks zum Telefon, kaum dass ich die Wohnungstür hinter mir geschlossen hatte.
„Liborius“, meldete ich mich atemlos.
Schweigen.
„Hallo! Wer ist denn da?“
Atmen.
„Wer ist da, verdammt noch mal?!“
„Hallo Sam, so allein heute Nacht?“, sagte eine männliche Stimme, die mir unwillkürlich Eisschauer über den Körper jagte.
„Wer sind Sie?“
„Du kennst mich nicht, Sam. Aber ich weiß alles über dich. Alles!“ Ein heiseres Lachen schloss sich an.
„Was wollen Sie?“
„Einfache Antwort? Dich!“, zischte er.
Mit zitternden Händen drückte ich die rote Taste am Telefonhörer, dann gleich wieder die grüne. Dieser Irre sollte mich nicht noch einmal erschrecken.
Ich versuchte, mich zu beruhigen. Sicher war das nur ein alberner Scherz meiner Freunde gewesen. Die saßen vielleicht noch in irgendeinem Nachtlokal und lachten sich über mich kaputt.
Als ich am nächsten Morgen ins Büro fahren wollte, fand ich einen Zettel hinter dem Scheibenwischer meines Kleinwagens: „Vergiss nicht. Ich will dich!“, stand darauf. Ich zerknüllte das Papier und warf es scheinbar achtlos in den Rinnstein.
„Samantha, Sie sehen etwas blass aus heute“, bemerkte die Bürovorsteherin, als ich das Büro betrat und fügte mit einem süffisanten Lächeln hinzu: „Tja, das wilde Leben rächt sich, nicht wahr?“
Ich antwortete nicht, setzte das Headset auf und rief den ersten Kunden an.
Zum Mittagessen traf ich mich, wie jeden Tag, mit Karina in der Kantine. Der Bericht von meinem seltsamen Erlebnis entlockte ihr einen besorgten Blick.
„Pass auf dich auf, Sam“, sagte sie zum Abschied. „Bis morgen!“
Als ich nach Feierabend zu meinem Wagen kam, fand ich ihn unangetastet. Erleichtert machte ich mich auf den Heimweg. Ich würde einen gemütlichen Fernsehabend verbringen.
Dann klingelte das Telefon:
„Hallo Sam, wie schön, deine Stimme wiederzuhören.“
„Lass mich in Ruhe, du Spinner!“, brüllte ich in den Hörer, legte auf und hob gleich wieder ab, wie in der letzten Nacht.
Es war wie ein Spiel: Jeden Abend rief er mich an, ich legte auf und am nächsten Tag fand ich einen neuen Zettel an meinem Auto.
Ich rief die Polizei an.
„Solange nicht mehr passiert, können wir nichts tun“, sagte mir der Beamte ...
11.9.05 20:09
 


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