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?ffnet die T?rchen und lasst euch von besinnlichen, humorvollen, weihnachtlichen 100-W?rter-Geschichten bezaubern!

Kurzgeschichten-Planet.de l?dt ein zum gem?tlichen Treffen im Kaminzimmer. Hier werden Geschichten "h?rbar".
1.12.05 12:08


Eine Reise um die Welt in 24 Tagen ...

1.12.05 14:29


'Die Frau hinter der Tür' ist ausgeliefert




Die Frau hinter der T?r
Hrsg. Gaby Kern
ISBN: 3-935982-48-8
Web-Site-Verlag
12,-?



Die Anthologie von Kurzgeschichten Planet , "Die Frau hinter der T?r" ist nun ausgeliefert.

Bestellungen sind nat?rlich weiterhin m?glich ?ber den Web-Site-Verlag oder ?ber Amazon.

7.12.05 23:10


Ich glaub, es war ein gutes Jahr

Schmutzig-wei?e Schneereste s?umen die Stra?en. Regen f?llt auf die Stadt, h?llt sie in feuchtes Grau. Ein Schleier aus versprengten Wassertr?pfchen verwischt das Licht der elektrischen Kerzen in Fenstern, T?rb?gen und Vorg?rten. Eine einsame Katze huscht zwischen geparkten Autos hindurch und verschwindet im Eingang zu Haus Nummer 8.
Wind kommt auf, treibt einen roten Ball von irgendwoher irgendwohin und spielt mit meiner Kapuze, die ich tief ins Gesicht gezogen habe. Ich schiebe die H?nde in die Manteltaschen.
Ein Morgen ?zwischen den Jahren?, im Niemandsland zwischen alt und neu. Zeit sich zu verabschieden. Von Dingen, Menschen, Erfahrungen, Erfolgen, Niederlagen, Gl?ck und Trauer, von Gedachtem, Gehofftem und Gelebtem.
Ich lenke meine Schritte zum See. Zwischen zwei kahlen B?schen am Ufer steht meine Bank. Im Laufe der Jahre sind wir Freunde geworden. Sie h?lt mich aus ? mit meinem K?rper, meiner Seele, meinen Emotionen. Sie hat einen neuen Anstrich bekommen. Ihr frisches Gr?n leuchtet mir einladend entgegen, als ich n?her komme.
?Willkommen, meine Freundin?, raunt sie mir zu, als ich mich zu ihr geselle. Ich ziehe ein St?ck Stoff aus der Tasche und reibe sie gr?ndlich trocken, bevor ich mich niederlasse.
?Danke?, fl?stert sie.
Meine Hand streicht z?rtlich ?ber ihre raue Lehne.
Der Wind schickt Kr?usel ?ber den See, pl?tschernd schlagen kleine Wellen gegen das steinige Ufer.
?Wie ist es dir ergangen??, frage ich meine Freundin und sie schweigt.
?Sprich mit mir!?, bitte ich.
?Ich glaub, es war ein gutes Jahr.?
?Erz?hl mir davon, bitte.?
?Ich sah Menschen kommen und gehen, sich streiten, vers?hnen, sich lieben. Hunde hoben ihr Bein an meinem Sockel, gebrauchten mich als Nachrichtenzentrale. Manchmal kitzelte mich der Regen an der Nase, aber meist streichelten bald darauf Sonnenstrahlen den Juckreiz weg. Ich habe ein neues Kleid bekommen, hast du?s gesehen??
?Ja?, antworte ich, ?es leuchtet bis hin?ber zum anderen Ufer.?
?Und du, meine Freundin? Was hast du gemacht in diesem Jahr??
?Ich kam und ging, stritt und vers?hnte mich, litt, lachte und liebte.?
?Warst du erfolgreich??
?Nun ja, es kommt immer darauf an, wie man Erfolg definiert.?
Sie kichert: ?Das hast du auch im letzten Jahr gesagt, und im Jahr davor ??
Ich sp?re, wie das Blut in meinen Kopf schie?t. Unter der Kapuze wird mir pl?tzlich hei?.
?Ach du, was wei?t du schon davon!?, begehre ich auf.
?Ich, meine Liebe, hatteErfolg, wie du siehst.?
?Ja, einen neuen Anstrich. Und das soll Erfolg sein??
Jetzt lachte sie herzhaft.
?Ein Kleid ein Erfolg? Aber nein, du Dummerchen. Menschen sind zu mir gekommen, haben einen Bruchteil ihres Lebens mit mir verbracht, mich an ihrer Freude, ihrem Kummer teilhaben lassen. Das ist schon ziemlich erfolgreich f?r eine Bank, findest du nicht??
?So gesehen hast du ganz sicher Recht?, grinste ich, ?ich kenne da eine Bank ??
?Lenk nicht vom Thema ab, Liebelein. Du wolltest erz?hlen, wie dein Jahr verlaufen ist. Gab es einen Menschen, der gesagt hat ?Ich liebe dich???
?Ja.?
?Und gab es einen, der dich hasste??
?Mehr als einen, glaube ich.?
?Bist du f?r andere da gewesen, als sie dich brauchten??
?Meistens ja.?
?Na, dann hast du zumindest gelebt in diesem Jahr. Hast du Dinge getan, die du bedauerst??
?Ein paar, aber ich hab versucht ??
?Papperlappapp. Versucht hei?t ?nicht getan?! Schreib?s auf deine Liste f?rs n?chste Jahr. Was ist mit deinen guten Vors?tzen? Hast du auch nur einen erf?llt??
?Ha, jetzt hab ich dich erwischt!? Ich triumphiere. ?Ich hatte gar keine Vors?tze. Deine Erinnerung hat dir einen Streich gespielt!?
Sie schweigt.
?Aber ??, hebt sie nach einer Weile wieder zu sprechen an, ?Pl?ne hattest du doch, oder??
?Stimmt. Ich wollte einen Roman schreiben.?
?Wusst ich?s doch. Und ?? Sie genie?t es, das sp?re ich genau. ?Was ist draus geworden??
Ich k?nnte sie anl?gen, aber sie w?rde mich durchschauen. Mein Schweigen ist ihr Antwort genug.
?Schreib?s auf die Liste?, seufzt sie. ?Eine Frage noch: Bist du zufrieden??
Ich nehme mir Zeit f?r die Antwort. Lasse meinen Blick ?ber den See gleiten, beobachte meine Atemw?lkchen, rieche den feuchtkalten Morgenduft und lausche dem leisen Gesang des Windes, w?hrend meine Hand sanft das raue Holz ertastet.
?Autsch!?
?Hahahaha, stell dich nicht so an. Ist nur ein winziger Splitter. Als Gedankenst?tze. Damit du die Liste nicht vergisst, wenn du erst wieder daheim bist im warmen Wohnzimmer, auf deiner gepolsterten Couch, mit dampfendem Tee und Zigaretten. Oder hast du wenigstens mit dem Rauchen aufgeh?rt?? Ich hasse sie!
?Also, willst du im neuen Jahr etwas ?ndern??
?Nichts Wesentliches.?
?Gut, dann sag mir jetzt: Bist du zufrieden??
Mein Gesicht ist ganz feucht vom Regen. Kleine Tropfen kullern meine Nasenfl?gel entlang. Ich fange sie mit der Zungenspitze auf. Sie schmecken salzig.
?Ich glaub, es war ein gutes Jahr?, sage ich und stehe auf.
?Denk an die Liste?, ruft sie mir hinterher, als ich schon ein paar Schritte gegangen bin. Ich winke zum Abschied. ?Es war ein gutes Jahr?, sage ich noch einmal laut und bin froh, dass sie meine Tr?nen nicht sieht.






18.12.05 21:02





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