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Nachtstimmung

In N?chten wie heute ticken die Uhren langsamer, die Sterne verstecken ihr Gesicht vor meinen Blicken und alles ist still. Kein Auto auf der Stra?e, kein Fu?g?nger im Schein einer Laterne und in keinem der Nachbarh?user brennt noch Licht. N?chte wie heute sind f?r mich voller Stimmen ...
?Du bist dick, dumm, d?mlich, faul und gefr??ig.? Unwillk?rlich bin ich wieder Kind, ziehe den Kopf ein, mache mich klein. ?Aha, und du bildest dir ein, damit kannst du was werden?? Die Stimme spricht weiter, drischt auf mich ein. Die H?nde auf die Ohren gepresst, versuche ich, der verbalen Pr?gel zu entkommen.
Nein, Mama, du hast Recht. Ich werde es nicht versuchen, hat sowieso keinen Zweck.
Ein Tenor mischt sich ein: ?Wer dich im Dunkeln mitnimmt, bringt dich bei Tag sowieso zur?ck.? Du hast dich geirrt. Es hat mich niemand mitgenommen. Ich ging freiwillig und du wartest noch heute vergeblich auf meine R?ckkehr.

?Der hat doch bestimmt noch ne andere. Das geht sicher nicht lange gut mit euch.? Ja, Mama, das k?nnte stimmen. Ich allein kann ihm nicht gen?gen. Was hab ich schon zu bieten, dick, dumm, faul und gefr??ig wie ich bin?

Ein sp?ttischer Blick, ein Hohnlachen: ?Na, du bist aber auch ganz gut im Futter.?
Ein Pfeil nach dem anderen, abgeschossen auf meine Seele.
?H?ttest mich nehmen sollen. Ich stehe auf kr?ftige Frauen.? Treffer, versenkt.
?Du schaffst das schon, so wie du gebaut bist.? Ja, vielen Dank auch. Wer aussieht wie ein Panzer, hat jeden Anspruch auf Schw?che verwirkt.

Lachendes Durcheinander. Sie lachen ?ber mich, meinen Galgenhumor, meinen ?Angriff-ist-die-beste-Verteidigung?-Witz. Selbstironie als Schutzwall. Funktioniert pr?chtig und tut fast gar nicht weh.

Andere Stimmen werden lauter: ?Wie du das nur alles schaffst. Ich staune.?
Ja, ich auch. Wenn ich die Seele nur lange genug zum Schweigen bringe, kann ich fast alles schaffen. Doch sie ?bert?nt das Gel?chter, deckt einen gn?digen Mantel ?ber ?dick, dumm, doof und gefr??ig?, l?st sich auf, formt sich neu, gibt sich einen neuen Anstrich, um die Kerben zu verdecken, greift nach einer neuen Schutzmaske und feuert mich an. ?Los doch, das bisschen kriegst du doch wohl auch noch hin!?

Ja, N?chte wie diese sind f?r mich voller Stimmen ...
9.8.05 09:02


Fips

?Komm mir nicht zu nah?, flehte Fips, der Igel, und richtete in r?hrender Verzweiflung seine Stacheln auf. Doch der Feind kam weiter direkt auf ihn zu.
?Ich pieks? dich!?, versuchte sich das Tier zu behaupten.
Sein Gegner lie? sich nicht beirren. Meter um Meter gewann er an Boden. Ein letzter Versuch: Fips rollte sich zusammen, kugelte weg von der Gefahr. Zu sp?t. Als der Autoreifen ihn unter sich begrub, fl?sterte Fips: ?Ich hab doch gesagt, du sollst mir nicht zu nah kommen!?
Die Igel lag zerquetscht mitten auf der Fahrbahn. Nur ein einziger Stachel wies noch drohend in den Himmel.
15.8.05 01:43


Rennwochenende oder Schlaflos in Schotten

Eine dieser hellen N?chte.
Wenn ich zum Fenster schaue, m?chte ich schw?ren, der Vollmond grinst mich h?misch an. Die Nacht ist voller Stimmen, vor dem Haus ? nicht in meinem Kopf.
Ein paar Jugendliche in ausgelassener Stimmung wollen gut h?rbar die ganze Stadt daran teilhaben lassen. Der Deckel einer Flasche dient als Ballersatz und wandert klimpernd von einem Fu? zum anderen. Dazwischen Lachen.
Sonntagmorgen, 1.30 Uhr und in sechs Stunden muss ich aufstehen.
Martinshorn. Polizei? Nein, die n?chtlichen St?renfriede teilen einander mit, es sei die Feuerwehr gewesen. Die Kids setzen ihren Weg fort. Sensationslust, Neugier ?vielleicht gehen sie auch einfach nur nach Hause.
Ich drehe mich auf die andere Seite, versuche mich wieder zu entspannen, in jene Welt zwischen Wachen und Schlafen zu gleiten, meiner Seele den Weg freizumachen ins Reich der Tr?ume.
?Schei?er, komm raus?, br?llt ein Alkoholisierter. Und: ?Ficker, ich krieg dich?
Ich bin wieder wach und sp?re gleichzeitig, wie Adrenalin durch meine Adern gepumpt wird. Aggression, auch verbaler Natur, macht mir Angst. Trotzdem bleibe ich ganz still liegen, lausche. Der Betrunkene ruft weiter. Dann h?re ich eine m?nnliche Stimme, angenehm beruhigend und bewundernswert gelassen. Klingt wie eine ganz allt?gliche Unterhaltung, auch genauso laut. Nach einer Weile verabschieden sich die beiden. Wer sich am Ende bei wem und f?r was bedankt, kann ich nicht ausmachen, aber der Br?llaffe geht nun schweigend weiter.
Abschalten jetzt! Abschalten und schlafen. Ich muss morgen ... nein, heute ... arbeiten.
Mein Herz klopft immer noch st?rker als sonst, so schnell l?sst sich die Anspannung nicht verscheuchen. Egal, denk an was Sch?nes! Hm, mal ?berlegen. Viel gabs da nicht in letzter Zeit. Ich versuchs besser mit Gar-Nicht-Denken. Rolle mich wieder auf die andere Seite und gebe mir M?he, das stechende Jucken in den Kniekehlen zu ignorieren. Ein sicheres Zeichen, dass meine Nerven blank liegen.
2. 45 Uhr. Ich steh besser auf.
Fernsehen. Ein gutes Schlafmittel.
Das Kabelnetz spinnt mal wieder. Die Tonschwankungen regen mich blo? noch mehr auf. Aus mit dem Kasten.
Computer. Mein treuer Gef?hrte hat noch immer daf?r gesorgt, dass mir die Zeit nicht lang wird. Mal schauen, wie lange die wei?e Seite im Textprogramm unbeschrieben bleibt.
Die Unruhe in der Stadt nimmt kein Ende. Schon seit einer Woche ist das Verkehrsaufkommen doppelt so hoch wie normal, werden Z?une und Trib?nen aufgebaut, Strohs?cke an den Stra?enr?ndern deponiert, Kloh?uschen installiert und
Wiesenst?cke zu Zeltpl?tzen umfunktioniert.
Nervenzerrei?end r?hren Zweiradmotoren. Tag und Nacht.

Unten auf der Stra?e macht ein N?chterner seinem besoffenen Kumpel klar, wie Schei?e er es findet, dass dieser ein Bierglas mitten auf die Rennstrecke geschmissen hat, wo sp?ter die Maschinen mit 180 Sachen entlangdonnern werden.

Rennwochenende. Jedes Jahr ein bisschen aufw?ndiger, l?stiger, lauter.
Klar, eine solche Attraktion darf man sich nicht durch die Lappen gehen lassen.
?Davon profitiert die ganze Stadt.?
Bl?dsinn. Wer davon profitiert ist der ausrichtende Verein und die Gastronomie. Nicht zu vergessen die Kloh?uschenvermieter. Dass die Bev?lkerung die enormen Einschr?nkungen, die L?rmbel?stigung, die schlaflosen N?chte klaglos hinnimmt, wird als selbstverst?ndlich vorausgesetzt.
?Selbst schuld, h?ttest doch wegfahren k?nnen an dem Wochenende.?
Nein, h?tte ich nicht, hab ja Dienst.
3.30 Uhr. Mit Blaulicht und Martinshorn schl?ngeln sich zwei schwere Feuerwehrfahrzeuge durch die Absperrungen an der Rennstrecke, rasen stadtausw?rts. Vielleicht hat einer der Biker im Schlafsack geraucht.

3.45 Uhr. Wenn ich mich beeile, kann ich noch vier Stunden Schlaf ergattern, aber jetzt spielt das auch keine Rolle mehr. Mein Kreislauf wird sowieso vollkommen im Keller sein.
Wenigstens die gr?lenden Ungeheuer haben nun alle in ihr Bett gefunden. Auch die vorbeifahrenden Autos nehmen zahlenm??ig ab. Aufatmen.
Aber was soll ich machen? Jetzt bin ich wach und f?r heute bleibe ich es wohl auch.

Einen Trost habe ich. Morgen ? ich meine nat?rlich heute ? wenn ich von der Arbeit komme, ist der Spuk vorbei. Die gelbe Scheibe da oben wird bestimmt schon ein bisschen weniger rund sein, mein Parkplatz nicht mehr von Motorr?dern blockiert und die Stadt wieder das beschauliche ?rtchen, wo mir beleuchtete Fenster aus Fachwerkfassaden freundlich zul?cheln und nach zehn kein Mensch mehr auf der Stra?e ist.

Lediglich ein paar noch nicht verladene Kloh?uschen werden mich ein, zwei Tage lang an meine Qual erinnern. Dann werden auch sie abtransportiert.

Und wenn das letzte H?uschen gegangen ist, werde ich mir wieder vornehmen: das n?chste Rennwochenende verbringe ich ganz woanders. ?brigens zum f?nften Mal ...
21.8.05 20:29





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